Vanessa Tietze, Market Development Manager bei TES

TES Tale: Vanessa Tietze, TES’ Market Development Managerin

Gemeinschaft
January 16, 2026
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1. Wie sind Sie in den Bereich der erneuerbaren Energien eingestiegen?

Schon in der Schule war für mich klar, dass ich im Bereich der erneuerbaren Energien arbeiten möchte. Entsprechend habe ich gezielt ein Studium gewählt, das mir eine solide naturwissenschaftliche Grundlage bietet – und mich für ein Ingenieurstudium entschieden. Gleichzeitig war mir früh bewusst, dass ich keine rein technische Rolle anstrebe. Deshalb habe ich mein Studium bewusst um Inhalte aus Organisation, Wirtschaft und Recht ergänzt.
Später habe ich diesen interdisziplinären Ansatz durch berufsbegleitende Weiterbildungen in Betriebswirtschaft und Konfliktmanagement weiter ausgebaut. Diese Kombination ist entscheidend, denn die Energiewende ist nicht nur ein technologisches Projekt, sondern eine gesellschaftliche Transformation. Nach meinem Abschluss startete ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich erneuerbarer Wasserstoff. Wasserstoff und seine Derivate sind seither ein zentrales Thema meines beruflichen Werdegangs.

2. Warum haben Sie sich für TES entschieden? Was macht TES in der Energiebranche anders?

Die Rolle als Market Development Manager bei TES hat mich aufgrund ihrer strategischen Breite sofort angesprochen. Ich arbeite gern an komplexen Fragestellungen, bei denen technische, wirtschaftliche und politische Dimensionen gemeinsam betrachtet werden müssen, um tragfähige Lösungen zu entwickeln. Auch die internationale Ausrichtung von TES und der starke Fokus auf den Aufbau resilienter, ökosystembasierter Partnerschaften waren für mich ausschlaggebend.
Was TES aus meiner Sicht besonders auszeichnet, ist der pragmatische Ansatz, die Energiewende durch electric gas als Drop-in-Lösung zu beschleunigen. Während sich viele Diskussionen – insbesondere in Deutschland – auf Derivate wie Ammoniak oder Methanol konzentrieren, hat TES einen Weg gewählt, der das Molekül an bestehende Transport-, Speicher- und Nutzungsinfrastrukturen anpasst. Andere Moleküle erfordern häufig eine grundlegende Umstrukturierung ganzer Wertschöpfungsketten. Langfristig werden wir ein Portfolio erneuerbarer Moleküle benötigen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Doch gerade in der frühen Phase des Aufbaus internationaler Lieferketten bietet electric gas klare strategische Vorteile.

3. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag bei TES aus und welche Fähigkeiten sind in Ihrer Rolle besonders wichtig? Was begeistert Sie am meisten an Ihrer Tätigkeit?

Mein Arbeitsalltag ist vielseitig. Ich beobachte energiepolitische Entwicklungen und Markttrends, analysiere potenzielle Kundensegmente, bringe mich in Stakeholder-Prozesse ein und engagiere mich in relevanten Netzwerken und Verbänden. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen erarbeite ich Stellungnahmen, Positionspapiere und Pressemitteilungen. Zudem leite oder begleite ich strategisch wichtige interne Projekte.
Die Rolle erfordert analytisches Denken, starke Kommunikationsfähigkeiten und ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Besonders reizvoll ist für mich die Nähe zu politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen und der Austausch mit unterschiedlichsten Akteuren. Deshalb ist Berlin für mich der richtige Ort.

4. Was sind die größten Risiken oder Hindernisse – und wie begegnen Sie ihnen?

Der Übergang zu klimafreundlichen Energiesystemen ist ein komplexes gesellschaftliches Projekt. Er verlangt breite Beteiligung und langfristiges Engagement. Dass dieser Prozess intensiv diskutiert wird, ist daher selbstverständlich.
In Deutschland neigen wir jedoch manchmal dazu, mögliche Risiken stärker zu gewichten als Chancen und von Beginn an Perfektion anzustreben. Das kann Entscheidungen verzögern und eine Kultur des Abwartens fördern. Umso wichtiger ist eine pragmatische Haltung: Annahmen regelmäßig hinterfragen, lösungsorientiert kommunizieren und transparent bleiben. Eine sachliche, zielgerichtete öffentliche Debatte – insbesondere in den Medien – würde helfen, Vertrauen und Dynamik zu stärken.

5. An welchem aktuellen Projekt arbeiten Sie, das ein Game Changer sein könnte?

Um unsere Energie- und Klimaziele zu erreichen, müssen wir molekülbasierte Energie- und Rohstoffstrukturen konsequent auf grüne Alternativen umstellen. Dafür brauchen wir verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und gleichzeitig Verbraucherinnen und Verbraucher nicht überfordern.
Nach der Analyse verschiedener Instrumente sieht TES in einer Grüne-Gase-Quote den vielversprechendsten Ansatz. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten aus Energiemärkten und Energierecht haben wir ein Modell entwickelt, das unterschiedliche Zielsetzungen ausbalanciert und messbare Wirkung erzeugt. Es priorisiert wirtschaftliche Effizienz und fördert zugleich technologische sowie kommerzielle Innovation. Internationale Beispiele – etwa aus Kanada und Japan – zeigen, dass klare politische Leitplanken konkrete Projekte ermöglichen und die globale grüne Gaswirtschaft deutlich beschleunigen können.

6. Was sollte jeder über e-NG wissen?

Ein Punkt wird in der öffentlichen Debatte oft unterschätzt: Wir leben in einer kohlenstoffbasierten Welt. Mit fortschreitender Dekarbonisierung steigt daher der Bedarf an grünen Kohlenstoffträgern als nachhaltige Rohstoffquelle.
Über seine Rolle als Wasserstoffträger hinaus hat e-NG das Potenzial, sich langfristig als erneuerbarer Kohlenstoffträger zu etablieren. Genau darin liegt eine strategische Perspektive, die häufig übersehen wird.

7. Welcher TES-Wert spricht Sie persönlich am meisten an – und warum?

Die Werte von TES greifen für mich ineinander. Wenn ich einen besonders hervorheben müsste, dann: We are PURPOSEFUL in winning the climate race.
Ich engagiere mich seit vielen Jahren für erneuerbare Energien. Dieser klare Sinnbezug gibt meiner Arbeit Richtung und Bedeutung. Der Klimawandel ist real und dringlich – wissenschaftlich belegt und gesellschaftlich spürbar. An Lösungen mitzuwirken, die dieser Herausforderung konkret begegnen, ist für mich ein starker persönlicher Antrieb.

8. Welche Empfehlungen haben Sie für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger im Bereich erneuerbare Energien?

Der Sektor ist dynamisch und anspruchsvoll zugleich. Technologien, Märkte und regulatorische Rahmenbedingungen entwickeln sich schnell – Anpassungsfähigkeit ist daher zentral.
Mein Rat: Offen bleiben für die Vielfalt des Feldes, aber einen Weg wählen, der zu den eigenen Stärken passt. Von dort aus heißt es kontinuierlich lernen, Kompetenzen ausbauen und fachlich wie überfachlich wachsen. Wer bereit ist, sich stetig weiterzuentwickeln, wird in diesem Umfeld viel gestalten können.